Bloß nicht mit dem Wohnwagen...

9. Juni 2026 um 04:49:07
Wir hatten am Gitavillage Argentario einen Stellplatz für unseren Wohnwagen gebucht. Bei unserer Ankunft war die Buchung auch vorhanden. Uns wurde ein kleiner blauer Magnetleser ausgehändigt, der für die Duschen sei. Leider vergaß man, uns zu sagen, dass der auch für den Zugang zum Strand und für... das Betreten der anderen Hälfte der Anlage dringend vonnöten war. Der Platz war praktisch leer, lediglich ein paar Saisoncamper waren mit dem Aufbau beschäftigt. Hierzu hatten sie übrigens auch ihre Autos an ihrem Platz geparkt und sie blieben auch dort. Das wird später noch wichtig. Unser Platz war unter Pinien, der Untergrund war zentimeterdick mit Piniennadeln voll, so dass man die Platzmarkierung nicht sehen konnte. Der Einweiser plazierte dann den Wohnwagen nach seinem Gusto. Der erste Eindruck des Campingplatzes war schlicht düster und keinesfalls einladend. Nachdem wir an unserem Platz und auch in der Nähe keinen Wasseranschluss gefunden hatten, fragten wir am Eingangshäuschen nach. Dort erhielten wir die freundliche Auskunft, dass es kein Wasser am Platz gäbe. Bei den Waschhäusern wäre es, aber das sollte man tunlichst nicht trinken. Nun gut…
Stichwort Waschhäuser, generell die Sanitäreinrichtungen. Die stammen vermutlich noch aus den 70gern, wurden nicht renoviert, abhandengekommene Toilettenbrillen, soweit es nicht alte Stehklos waren, sind nicht erneuert worden. Zudem roch die gesamte Sanitäreinrichtung nach Fisch, wir haben es den direkt anschließenden Becken zum Waschen des Meeresgetiers zugeschrieben, wobei es schon seltsam war, dass die entsprechenden Waschbecken so ausgedünstet haben. Die Waschgelegenheiten für den Menschen waren ohne Warmwasser mit uralten Armaturen und die Duschen waren winzig. Übrigens fand sich noch ein Waschbecken – auch im Fischgeruchsbereich – mit dem Hinweis, man könne hier Obst und Gemüse waschen… aber ob das auch Trinkwasser war? Zusammenfassend ist der Zustand der Sanitäreinrichtungen eigentlich nur als „erbärmlich und unwürdig“ zu bezeichnen.
Der Laden war zwar klein und ebenfalls ein wenig altertümlich, aber da war wohl soweit alles Notwendige vorhanden.
Uns wurde dann noch mitgeteilt, dass unser Auto unmöglich am Stellplatz bleiben könne, obwohl wie gesagt, der Platz bis auf die aufbauenden Dauercamper leer war. Wir mussten also aus dem Campingplatz herausfahren, um den anderen Teil der Anlage herum und unseren Pkw mutterseelenallein auf einem frei zugänglichen Feld – schwer durch eine offene Schranke "gesichert" – abstellen. Auch eine Nachfrage bei der eigentlichen Rezeption des Gitavillage erbrachte nur die Antwort, dass das Parken am Platz völlig unmöglich sei. Offensichtlich aber nicht für die Dauercamper. Der Weg zurück wäre uns fast verwehrt gewesen, da wir den eingangs erwähnten Magnetleser nicht dabei hatten, wir wollten ja auch nur parken und nicht duschen.
Wir haben uns schließlich entschlossen, den Campingplatz des Gitavillage Argentario am nächsten Tag zu verlassen. Nachdem wir dies an der Platz-Empfangshütte und der Village-Rezeption mitgeteilt hatten, wurde uns ein neuer Platz oder ein Mobilhome angeboten, was wir aufgrund der eben geschilderten Erfahrungen dankend abgelehnt haben. Daraufhin ist uns zugesichert worden, dass wir den bereits bezahlten halben Preis für die Buchung wieder erstattet bekommen, was sich leider als leeres Versprechen herausgestellt hat. Überwiesen wurde nichts.
Ich möchte noch anfügen… Diese Rezension bezieht sich auf den Teil des Campingplatzes des Gitavillage Argentario. Alle Fotos auf der Homepage haben nichts mit dem Platz zu tun, auf dem wir uns wiedergefunden haben. Wie gesagt, es gibt einen zweiten Teil, der auch einen anderen Eingangsbereich hat.
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